Orthodoxe Klöster der Republik Srpska – nationales und geistiges Kulturgut der Serben

Im Rahmen der „Tage der Republik Srpska in Österreich” wurde vom serbischen Bildungs- und Kulturverein „Prosvjeta“ am 17.3.2017 in den Räumlichkeiten der serbisch-orthodoxen Kirche zum Heiligen Sava in Wien die Monographie „Orthodoxe Klöster der Republik Srpska“ des jungen autors Marko Romić vorgestellt und eine Tribüne über die Lage der serbisch-orthodoxen Kirche in Bosnien-Herzegowina und Europa initiiert.

Den Abend eröffnete der Akkordeon-Virtuose Mile Stojanović mit dem aus dem ersten Weltkrieg stammenden Lied „Tamo daleko“. Svetlana Matić, Schriftführerin des Vereins, begrüßte die Anwesenden und stellte den Autor Marko Romić vor. Frau Matić betonte dabei die Bedeutung dieser Monographie über die serbisch-orthodoxen Klöster in der Republik Srpska, die mit dem Segen des Patriarchen Irinej sowie der Bischöfe von Banja Luka, Zvornik-Tuzla und Zahumlje-Herzegowina erschienen ist.

„Die ersten serbischen Klöster waren Orte des Fastens und Betens und der Gemeinschaft. Nach ihrer Gründung vorwiegend im 12. Jahrhundert, während des Wirkens des Heiligen Sava und unter der Herrschaft von Stefan Nemanja, erlebten die orthodoxen Klöster im 14. und 15. Jahrhundert ihre Blütezeit.

Zu dieser Zeit stellten die serbisch-orthodoxen Klöster wichtige Kulturzentren dar, in welchen das Erbe aus der frühchristlichen Zeit aufbewahrt wurde. Die serbisch-orthodoxen Klöster in der Republik Srpska sind ein nationales und geistiges Kulturgut der Serben und wichtige Säulen des Christentums in Europa. Der Autor Marko Romic gibt in seiner Monographie eine Übersicht über die Klöster nach den Eparchien, wobe er das Archivmaterial, die historischen Aufzeichnungen, Dokumente und Fotografien sublimiert“, betonte Frau Matić.

Priester Krstan Knežević, Stv. Bischof der Diözese in Österreich-Schweiz, begrüßte die Anwesenden im Namen der Kirche zum Heiligen Sava und unterstrich die Bedeutung der Klöster als geistige Grundlage der serbischen Kultur.

Mag. Mladen Filipović, Leiter der Vertretung der Republik Srpska in Österreich, bedankte sich beim Verein Prosvjeta und beim Autor Marko Romic für die Teilnahme am Programm im Rahmen der „Tage der Republik Srpska“, die durch mehrere Veranstaltungen während des heurigen Jahres begangen werden.

Historiker Mag. Marko Sarić erklärte die Bedeutung der Klöster im historischen Kontext, als geistige und kulturelle Zentren, welche über die Jahrhunderte eine wichtige Stütze der serbischen Identität und Kultur waren. „Aus diesem Grund ist die Erscheinung dieser Monographie besonders wichtig”, schloss Sarić.

Der Autor Marko Romić erklärte, dass ihm das Verfassen der Monographie viel Mut und Ausdauer abverlangte und er sich dabei vom Begründer der serbisch-orthodoxen Kirche Hl. Sava, von den ersten Gelehrten Kyrill und Method sowie von den Größen der Auklärung Dositej Obradovic und Vuk Karadzic, die in Wien gelebt und gewirkt haben, leiten ließ. „Diese Monographie ist das Werk aller Menschen, die mich unterstützt haben. Ich habe zwei Jahre in Klöstern verbracht, und jede Geschichte hat eine persönliche Note”, erklärte der Autor.

Im Austausch mit dem Publikum wurde abschließend festgehalten, dass die Serben seit Jahrhunderten in der heutigen Republik Srpska und Bosnien-Herzegowina leben, wovon nicht zuletzt auch die Kulturdenkmäler und die serbisch-orthodoxen Klöster zeugen, deren Fortbestand durch ein reges Kulturschaffen gesichert werden kann.

Die Veranstaltung wurde u.a. von den folgenden Ehrengästen besucht: S.E. Pero Janković, Botschafter der Republik Serbien, Frau Nevena Jovanović, zweite Sekretärin der Ständigen Vertretung Serbiens, Herr Nikola Đukić, Botschaftsrat in der Botschaft von Bosnien und Herzegowina, Oberst Slobodan Tanasilović, Verteidigungsattaché von Bosnien und Herzegowina, Herr Konstantin Dobrilović, Mitglied des Beirates der Österreichisch-Serbischen Gesellschaft. Im Publikum befanden sich darüber hinaus zahlreiche Studierende und Absolventen der Universität Wien sowie Mitglieder und Freunde des Vereins Prosvjeta.

Übernommen von: www.rts.rs